Kurzinformationen

Fläche: 6,86 km²
Einwohner: 1.543

Bachem liegt an der Verbindungsstraße Losheim-Merzig, ca. 5 km südwestlich vom Kernort Losheim in einer Talmulde.
Ein dichtes Netz an Buslinien und Straßen sorgt für gute Verkehrsverbindungen nach Losheim und zur Kreisstadt Merzig.



Viele Pluspunkte, wenige Problemzonen

Der Losheimer Ortsteil mit seinen rund 1550 Einwohner hat alles zu bieten, was die Bedürfnisse des täglichen Lebens abdeckt: zwei Bäckereien, eine Metzgerei, drei Gastwirtschaften und zwei Bankfilialen. Mehrere Ferienwohnungen laden Gäste zum Verweilen im Hochwald ein. Vier Gewerbebetriebe gibt es: eine Fahrzeugbeschriftung, einen Klavierbauer, eine Fahrschule und einen Getränkemarkt. „Besonders froh sind wir in Bachem, dass Kindergarten, Grundschule und Sportplatz so kompakt zusammenliegen“, betont der Ortsvorsteher. Die neue Kinderkrippe steht kurz vor der Einweihung. „750 000 Euro wurden investiert“, sagte Frank. Die Grundschule besuchten die Kinder von Bachem, Rimlingen, Hausbach und Britten.

Die Pfarrkirche St. Willibrord ziert den Ort und wurde 2012 innen und außen renoviert. Nach einem Dreivierteljahr wurde sie zum 100-jährigen Bestehen des Kirchenchores wieder geöffnet und erstrahlt nun in neuem Glanz. Die Freiwillige Feuerwehr unterhält seit dem Zweiten Weltkrieg eine Partnerschaft mit der Feuerwehr in Unteraltenbernheim in Franken, wohin die Dorfbevölkerung damals evakuiert wurde. Seit fast 30 Jahren besucht der Löschbezirk regelmäßig seine bayerische Freunde. In diesem Jahr starteten die Saarländer mit 25 Leuten am Wettbewerb „Bayerische Leistungsspange“. Mit Erfolg: Neun erreichten Bronze, 14 Silber – die einzige Feuerwehr im Saarland, diese Abzeichen besitzt.

Der Heimatverein Bachem mit seinen 280 Mitgliedern wurde 1975 gegründet, nachdem am Ortsausgang römische Münzen gefunden wurden. Der Verein verschrieb sich der Aufgabe, die Geschichte des Dorfes aufzuarbeiten und lebendig zu halten. Auf den vom Heimatverein gestalteten Ortseingangstafeln ist dies dokumentiert. Zurzeit ist ein Bildband über Bachem in Arbeit, der Ende November erscheinen soll. Auch Theaterstücke in Mundart bringt der Verein regelmäßig auf Bühne. Und seit 22 Jahren rücken drei Teams als„Dorf-Nikoläuse“ aus.

Die Sportvereine Bachem und Rimlingen haben sich 2008 zu einer Spielgemeinschaft zusammengetan und sind 2011 zur SF Bachem-Rimlingen fusioniert. Rund 750 Mitglieder hat die SF derzeit – eine gelungene „Neugründung“, wie der Ortsvorsteher meint. Hinter dem Sportplatz befindet sich das „Kurt-Gluding-Dorf“ des Saarländischen Fußballbundes. Sechs Häuser mit je acht Betten können von Fußballvereinen, aber auch von Privatpersonen, gemietet werden.

Der Ortsvorsteher verschweigt auch nicht die „Problemzonen“ von Bachem. Der Dorfplatz – nicht gerade ein Aushängeschild – sei seit fast 20 Jahren zur Dorferneuerung angemeldet. „Auch die Verkehrsberuhigung an den Ortseingängen wurde mehrfach gefordert, aber mangels Geld abgelehnt.“ Bachem leide stark unter dem Durchgangsverkehr. Deshalb wird nach Franks Darstellung seit Jahren der Bau der Nordsaarlandstraße gefordert. Auch die mangelnde Verkehrssicherheit in der Ortsmitte ist für den Ortsvorsteher ein Knackpunkt. „Nur einen Zebrastreifen gibt es in Bachem zur Überquerung der Hauptverkehrsstraße.“ Nach dem Wegfall von ehrenamtlichen Lotsen, die die Schüler über die Straße geleitet hatten, sei eine Anrufampel gefordert worden. Ebenso nennt Frank die Straßenbeleuchtung auf dem Schulweg ungenügend. „Es fehlen zwei Straßenlaternen, damit die Kinder nicht im Dunkeln zur Schule müssen.“ Zurzeit bereite den Bachemern die Straße Zum Kammerforst Kummer, denn sie werde als Abkürzung für den Schwerlastverkehr zwischen der L 375 und der L 157 genutzt. Die Straße sollte für über 7,5 Tonner gesperrt werden, fordert er. Schon zur Römerzeit befand sich auf dem heutigen Kirchenhügel ein steinernes Bauwerk. Die fränkischen Siedler, die sich gegen Ende der Völkerwanderung zwischen Bach und Hügel niederließen, gaben ihrer Siedlung den Namen Bacheim (Heim am Bach).

Im Mittelalter war das Kloster St. Maximin für Bachem der wichtigste Grundherr. Den Mönchen dieses Klosters verdankt das Dorf die älteste, bisher bekannte schriftliche Erwähnung im Jahre 1250 im Goldenen Buch von Trier. Zu jener Zeit war der Dorfbach ein Teil der Südgrenze des großen bischöflichen Bannforstes und später auch des Kurfürstentums Trier.

Der Dorfteil südlich des Baches gehörte zum Herzogtum Lothringen. Das Wappen von Bachem trägt das Doppelkreuz für das Kurfürstentum Trier und die französische Lilie für Lothringen. Aus den Kleinbauern wurden im Zuge der Industrialisierung immer mehr Bergleute und Hüttenarbeiter. Aus dem Bauerndorf wurde ein Wohndorf.

Bachem gehörte zeitweise zum Amt Saarburg, Pflege Losheim, zur Mairie Hausbach und zum schließlich auch zum Amt Merzig-Land. Durch die Gebietsreform wurde es 1974 ein Teil der Gemeinde Losheim.

(Quelle: Saarbrücker Zeitung)


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